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20.10.2016 | 19:00 Uhr | Hörsaal tba, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstrasse 3, Leipzig

Daniel Keil

Politische Krise (in) der Europäischen Union und autoritäre Bewegungen

Die Euro-Krise hat sich mittlerweile zu einer handfesten Krise der politischen Institutionen ausgeweitet, die sowohl die Ebene der Europäischen Union als auch die der Mitgliedsstaaten betreffen. Das komplexe politische Gefüge ist stark erschüttert, was sich in den Schlagworten Griechenland-Krise, "Flüchtlingskrise" und Brexit zusammenfasst. Die Krise ist daher nicht bloß als Verwertungskrise zu betrachten, sondern muss in einem breiteren Kontext gesellschaftlicher Krisenerscheinungen analysiert werden. Zu letzteren gehören auch die erstarkten rechten Bewegungen, die sowohl auf der Straße als auch in den Parlamenten Erfolge erzielen.
Im Vortrag wird der Zusammenhang der Krise der Europäischen Union mit dem Erstarken der rechten Bewegungen anhand des Begriffs der politischen Krise herausgearbeitet, mit dem ein komplexeres Bild möglich ist und vor allem die europäische Dimension der neurechten Bewegungen berücksichtigt. Zudem ermöglicht dies einen Blick auf mögliche emanzipatorische Handlungsoptionen in diesem schwierigen Feld.

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Linkes Europa?
Themenwochen zur kritischen
Bestandsaufnahme


Europa hat sich als linkes Schnittstellenthema entpuppt: Der Coup gegen Griechenland, die anhaltende Migration aber auch nationalistische und völkische Bewegungen und Parteien verlangen nach einer Perspektive, die sich nicht nur auf einzelne Nationalstaaten bezieht.

Mit den zwei Themenwochen will der AK Leipzig der RLS Sachsen das Thema Europa aufnehmen und hat gemeinsam mit vielen Kooperationspartner*innen ein thematisch und methodisch vielfältiges Programm auf die Beine gestellt.

In diesem Kontext werden wir als Marx-Expedition zwei Vorträge veranstalten.

Aktuelle Termine

20.10.2016 | 19:00 Uhr | Hörsaal tba, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstrasse 3, Leipzig

Daniel Keil

Politische Krise (in) der Europäischen Union und autoritäre Bewegungen

Die Euro-Krise hat sich mittlerweile zu einer handfesten Krise der politischen Institutionen ausgeweitet, die sowohl die Ebene der Europäischen Union als auch die der Mitgliedsstaaten betreffen. Das komplexe politische Gefüge ist stark erschüttert, was sich in den Schlagworten Griechenland-Krise, "Flüchtlingskrise" und Brexit zusammenfasst. Die Krise ist daher nicht bloß als Verwertungskrise zu betrachten, sondern muss in einem breiteren Kontext gesellschaftlicher Krisenerscheinungen analysiert werden. Zu letzteren gehören auch die erstarkten rechten Bewegungen, die sowohl auf der Straße als auch in den Parlamenten Erfolge erzielen.
Im Vortrag wird der Zusammenhang der Krise der Europäischen Union mit dem Erstarken der rechten Bewegungen anhand des Begriffs der politischen Krise herausgearbeitet, mit dem ein komplexeres Bild möglich ist und vor allem die europäische Dimension der neurechten Bewegungen berücksichtigt. Zudem ermöglicht dies einen Blick auf mögliche emanzipatorische Handlungsoptionen in diesem schwierigen Feld.

26.10.2016 | 19:00 Uhr | Hörsaal tba, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstrasse 3, Leipzig

Ingar Solty

Was ist die Europäische Union und wie kann sie kritisiert werden?

Die Europäische Union wird gemeinhin als ein positives Projekt betrachtet. Die an sich gute Idee - so eine gängige Kritik - werde aber durch deren schlechte Realisierung in Frage gestellt: Nationale Sonderinteressen, eine ausufernde Bürokratie oder ein übermächtiger Einfluss der Großkonzerne gefährdeten die europäische Idee.
In einem ersten Teil wird der Frage nachgegangen, was die Europäische Union ist, welche - nationalen oder transnationalen - Ziele mit ihr verfolgt werden und wer diese definiert. Ist mit der EU wirklich der Anspruch verbunden, die nationalstaatliche Konkurrenz in Europa einzuschränken oder ist die EU vielmehr ein Mittel der Nationalstaaten zur Durchsetzung ihrer Interessen? Ist die EU ein Friedensprojekt und Bollwerk gegen einen Rückfall in den – womöglich kriegerischen – Nationalismus oder befördert der spezifische Weg der europäischen Integration gerade nationalistische (Gegen-)Tendenzen? Werden mit der EU gar imperialistische Ansprüche nach außen vertreten und, wenn ja, richten sich diese eher gegen die USA oder im Bündnis mit den USA gegen das Außen des Imperiums des Westens“?
Im zweiten Teil des Vortrags wird nach einer angemessenen Kritik an der EU gefragt: Ist jede Kritik an den Institutionen der EU zwangsläufig rechts und "antieuropäisch"? Wie ließe sich eine Kritik am Europa der EU in emanzipatorischer Absicht formulieren?
Zum Abschluss wird nach aktuellen Entwicklungstendenzen und zukünftigen Krisenszenarien gefragt: In welche Richtung entwickelt sich Europa und welche Alternativen gibt es?

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